Gascogne: Das Freiluftmuseum der seltenen Weinreben – Conservatoire Ampélographique du Saint Mont

Mitten im Herzen der Gascogne liegt Sarragachies, eines der 46 kleinen Weiler im Departement Gers. Soweit das Auge reicht steht Weingarten an Weingarten. Aber Eingang eines der Weingartens ist ein kleines, unauffälliges Schild befestigt: Plaimont, Ort der Saint-Mont, USR 205. Auf den ersten Blick unterscheidet dieses Grundstück nicht von den anderen – außer dass in seiner Nähe noch ein Wohnhaus steht. Doch dieses Weingarten USR 205 ist der Erste, der als historisches Denkmal eingetragen wurde.

Die Regionale Kommission für das Erbe und erhaltenswürdige Orte (CRPS) der Region Midi-Pyrénées hat einem der ältesten Weinberge Frankreichs den Titel eines historischen Denkmals verliehen.
Weinbergparzelle USR 205 im Herzen der Appellation Saint Mont ist rund 20 Ar groß und weist mehrere besondere Charakteristiken auf, die zu dieser Klassifizierung beigetragen haben. Gascogne -Saint Mont -1Die Reben sind fast 200 Jahre alt, wobei die Beschaffenheit des überwiegend sandigen Bodens dazu beigetragen hat, dass sie den Zerstörungen der Reblausplage entgehen konnte, die die Weinberge Ende des 19. Jahrhunderts stark dezimiert hatte. Die Eigentümer dieser Parzelle haben über Generationen hinweg diesen Weinberg wie ihren Augapfel gehegt und gepflegt. Somit hat auf dieser Fläche die modernen Anbaumethoden nie Einzug gehalten. Diese Weinberg wurde und wird weiterhin mit sehr alten Methoden kultiviert, die heute nahezu ganz verschwunden sind. Als Zeuge der Artenvielfalt der hügeligen Ausläufer am Rand der Pyrenäen kommen in diesem Weinberg rund zwanzig verschiedene Rebsorten vor, davon sieben, die bis heute nicht benannt werden können.
Weitere Besonderheiten bietet auch die Rebstöcke: Zum einen wurzeln sie auf ihren eigenen „Füßen“ (Wurzeln). Das bedeutet: Als sie gepflanzt wurden, gab es noch keine Reblaus.- die Weinstöcke sind von „Kopf bis Fuss“ – von Rebe bis Wurzel – das Original! (Das Propfen kam erst nach der Reblausplage, da man auf reblausrestinente „Wein- Mutterpflanzen“ propfte!) Zum anderen findet man hier noch „doppelt“ – füssige Weinstöcke.Doppelfüssige Weinstöcke Sie stammen aus der Zeit, als die Weinestöcke nicht in Reihe, sondern im “Quadrat” gepflanzt wurde. Philippe Antony (PLAIMONT Produkteurs) erklärt diese Besonderheit:

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Seit 2002 unterhalten Plaimont Producteurs Frankreichs größtes, privates „Conservatoire ampélographique“. Das Versuchszentrum beobachtet alle 116 Sorten der ältesten Parzellen der Appellationen von Saint Mont, Madiran, Pacherenc du Vic Bilh und Côtes de Gascogne. “Viele dieser 116 waren auf dem Weg, um zu verschwinden, weil sie als “schlechte Trauben” betrachtet wurden, nur weil sie eine geringer Ausbeute erzielen. Aber die schlechten Trauben von heute können die guten Trauben von morgen sein. ” Das ist die Meinung der Productuers Plaimont. Und deshalb hängen sie viel Liebe in dieses Projekt. Deshalb werden 60 Sorten besonders überwacht, von welchen 27 Sorten bekannt sind und 33 Sorten nach einer genetischen Untersuchung „wiederentdeckt“ wurden. Cascogne- Saint Mont- Weinmuseum - klein 4

12 Sorten sind absolut unbekannt.

Weitere Information: www.plaimont.com

Gascogne- Saint Monat - Weinmuseum- 13Quelle, Fotos und Video : A. Modery